14 Tage sind wie im Flug vergangen. Nach einer feierlichen Abschlusspräsentation im Europa-Rosarium verabschieden sich die Organisator*innen der AGSA von 51 Jugendlichen aus 15 Ländern, die am diesjährigen Eurocamp in Kelbra und Sangerhausen teilgenommen haben. Seit dem 13. Juli wurde europäisches Miteinander auf engem Raum erprobt und gelebt – interaktiv, mit allen Sinnen und eng verknüpft mit Standorten und kommunalen Einrichtungen der Stadt Sangerhausen.
Eine zentrale Säule des Eurocamps seit der Gründung 1992 sind gemeinnützige Arbeitseinsätze. Dieses Jahr fanden Renovierungs- und Filmarbeiten im Europa-Rosarium, im Schaubergwerk Röhrigschacht und in der Jugendherberge Kelbra/ OT Sittendorf statt, deren Ergebnisse noch viele Jahre sichtbar bleiben werden.
Unter dem Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit stand diesmal das gesamte Eurocamp am südlichen Zipfel Sachsen-Anhalts. Die Eurocamper*innen wurden in einem Europa-Planspiel zu Politiker*innen und fühlten den Themen Stadtentwicklung, Wirtschaftliche Ungleichheit und Politische Strukturen Europas in politischen Plenen auf den Zahn. Nina Starovoitova, eine Eurocampteilnehmerin aus der Ukraine sagt dazu: „Besonders die Themen Stadtentwicklung und Gentrifizierung haben mich interessiert – jetzt weiß ich endlich, was dahingehend auch in meinem Land passiert.“ Bei dem Einigungsversuch zu einer neuen Struktur Europas konnte kein Konsens gefunden werden, die unterschiedlichen Ansichten der Teilnehmenden bildeten die reale und angespannte Situation in Europa ab.
Upcycling, Ökologischer Fußabdruck, "Mein Handy und ich" - in Workshops und Seminaren in enger Zusammenarbeit mit dem EINE-WELT-Netzwerk Sachsen-Anhalt e.V. und dem Sangerhausener Verein nagadef e.V. erschlossen sich die Jugendlichen praxisnah und anschaulich die SDG, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Debattenreich setzten sie sich mit den Themen nachhaltiger Konsum, Menschenwürde und Bekämpfung von Ungleichheiten auseinander.
Bis in den Abend hinein konnte man die Jugendlichen in kleinen Do-it-yourself-Channels sich ausprobieren sehen. Eurocamperin Mane aus Armenien brachte z.B. interessierten Teilnehmenden das Malen nach Jackson Pollock bei. Nicht auf youtube sondern live wurden kreatives, technisches und musikalisches KnowHow selbstangeleitet durch die Eurocamper*innen weitergegeben.
"Das Eurocamp 2018 hinterlässt bedeutsame sichtbare und unsichtbare Spuren. Eigenes Entdecken und Erfahren helfen dabei, die Angst vor dem Unbekannten oder steroetyp Vorgeprägten produktiv umzuwandeln in Neugierde und Miteinander - zahlreiche Kontakte und Freundschaften über das Eurocamp hinaus inklusive", reümiert Eurocamp-Projektleiterin Christina Grzeschniok.
Das Eurocamp wird von der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. organisiert und vom Land Sachsen-Anhalt und LOTTO-Sachsen-Anhalt gefördert. Diesjährige Partner des Eurocamps waren die Stadt Sangerhausen und der Landkreis Mansfeld-Südharz.
Foto: Wer hier in die Pedalen tritt, wird mit einem leckeren Smoothie belohnt: gesund, energiesparend, lecker - das "Smoothiebike" umringt von Eurocamper*innen.