
Bianca Grudzinska, Freiwillige des FSJ-Politik 2011/12 bei der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V., ist auf Einladung von Staatsministerin Maria Böhmer, der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration, am 16. April 2012 mit 99 weiteren Jugendliche nach Berlin gefahren, um am 3. Jugendintegrationsgipfel teilzunehmen.
Sie möchte gern auf diesem Wege von ihren Erfahrungen und Eindrücken, die Sie vort Ort machen konnte, berichten:
Begonnen hat dieser mit einer Führung durch das Kanzleramt.
Als sich dort alle in einem Raum versammelten wurde es plötzlich still. Die Menschen von der Presse standen bereit um in jeden Moment mit dem Blitzlichtgewitter anzufangen. Die Jugendliche saßen gespannt auf den schwarzen Stühlen. Erwartet wurde die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihre Rede hielt sie mit Humor, anders als es von den Medien sonst bekannt ist. „Deutschland ist ein vielfältiges Land, das für andere offen sein sollte“, sagte sie. Maria Böhmer sprach noch einige motivierende Worte aus und bat alle Jugendliche sich Gedanken über den Ersatz des Wortes „Menschen mit Migrationshintergrund“ zu machen.
Zurück im Hotel teilten sich die Jugendlichen in ihren Workshops auf. Im Vorfeld konnte zwischen den Workshopthemen Bildung und Integration, Bürgerschaftliches Engagement und Integration, Medien und Integration und Konflikte zwischen den Generationen gewählt werden. In jedem gab es ein Input von Experten z.B. Politikern oder Hochschulprofessoren. Mit dem Hintergedanken, dass die Ergebnisse später bei der Regierung gehör finden, war jeder gewillt sich bestmöglich in den Gruppendiskussionen einzubringen. Dadurch, dass alle Jugendlichen aus verschiedenen Städten/Regionen kamen und in unterschiedlichen Bereichen engagiert sind fand ein wertvoller Erfahrungsaustausch statt.
Als Gast kam der Komedian Murat Topal und sorgte am Abend durch seine Show für eine lockere Atmosphäre. Die Kreativität wurde angeregt, wobei viele Beispiele für das Wort „Menschen mit Migrationshintergrung“ entstanden. Ob sich eines als Ersatz etabliert, wird sich zukünftig zeigen.
Am nächsten Tag ging es auch schon in die Endrunde. In der Gruppe wurde sich dann geeinigt welche Maßnahmen die wichtigsten sind und später Maria Böhmer präsentiert werden sollten.
Alle Jugendliche hoffen, dass die Vorschläge nicht nur einmalig geäußert wurden, sondern in integrationspolitischen Entscheidungen möglichst bald miteinbezogen und umgesetzt werden.
Hintergrund: 100 Jugendliche aus ganz Deutschland engagieren sich beim alljährlichen Jugendintegrationsgipfel für ein gutes Miteinander. Zwei Tage lang diskutierten die 16- bis 25-Jährigen über das Gelingen von Integration in Deutschland. In vier Workshops erarbeiteten die Jugendlichen gemeinsame Aktionspläne.