Auflösungen und Aufbrüche – biographische Erfahrungen zum Ende der DDR und der Sowjetunion und was danach geschah (Do. 7 Okt, 2021 17:00 - 19:00)
Im Erzählcafé der Reihe Mi*story - Migrationsgeschichten in und aus Ostedeutschland sind heute Elena und Nikolas Klein zu Gast. Sie kamen 1996 nach Deutschland und sind vielen aufgrund ihres unermüflichen Engagements bei Merdian e.V. und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland / Ortsgruppe Magdeburg mit Sitz im einewelt haus bekannt.Tatjana Schewtschenko lebt seit 1980 in Dessau und erlebte hier die Auflösung der DDR. Die Auflösung der Sowjetunion erfuhr sie mittelbar, da viele ihrer Freunde und ihre Eltern 1991 und danach in Russland lebten. Heute ist sie Vorstandsvorsitzende des Deutsch-Russischen Arbeitskreises „Dialog“ e.V.
Der Fall der Berliner Mauer 1989 sowie die Auflösung der Sowjetunion 1991 stellten eine Zäsur dar und haben die Biografien vieler Menschen nachhaltig verändert. Wie war das bei den Gästen des heutigen Abends? Woran haben sie Vorzeichen der drohenden Auflösung beider Staaten festgestellt? Zu welchen biographischen Veränderungen oder Einschnitten führte bei ihnen die Auflösung der DDR bzw. der Sowjetunion?
Die Veranstaltung wird in Präsenz unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln durchgeführt. Bitte erscheinen Sie rechtzeitig. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Organisator der Veranstaltung ist der Dachverband der MIgrant*innenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst) in Kooperation mit SKV Meridian e.V. & Deutsch-Russischer Arbeitskreis „Dialog“ e.V.
Moderation: Elke Orlowski, Vorstandsvorsitzende des Instituts für Berufspädagogik e.V.
Musikalische Begleitung: Raisa Lerman (Klavier)
Autorenlesung "Leutnant Ghirardi erobert Rom" (Do. 7 Okt, 2021 19:30 - 21:30)
Franz J. Bauer, Autor des vielbeachteten Sachbuchs ‚Rom im 19. und 20. Jahrhundert. Konstruktion eines Mythos‘, hat aus dem Geschehen um den gewaltsamen Anschluss der ‚Ewigen Stadt‘ an das Königreich Italien im September 1870 auch den Stoff für seinen Roman gewonnen. Dessen Hauptfigur, der 20jährige Leutnant Federico Ghirrardi aus der romagnolischen Provinzstadt Forlì, nimmt als Freiwilliger an der italienischen Kampagne gegen Rom teil. Nach der Einnahme der Stadt durch die berühmte ‚Bresche an der Porta Pia‘ verschlägt es ihn ins Milieu der sog. ‚schwarzen’, also papsttreuen römischen Aristokratie. Aus der Begegnung mit der fremden Welt der Marchesi Biauro fallen dem Protagonisten Anstöße und Weichenstellungen für seine Selbstfindung und Zukunftsorientierung zu. Bei ersten tastenden Erkundungen der römischen Wirklichkeit gewinnt Ghirrardi die Überzeugung, dass die nun anstehende Umwandlung der archaischen Papststadt zu einer modernen Hauptstadt vielfältige Chancen der Bewährung eröffnen wird. Diese Perspektive und die unkonventionelle Liebesbeziehung zu einer jungen Frau aus einfachen Verhältnissen führen zu Federicos Entschluss, nicht mehr nach Hause zurückzukehren, sondern sich in Rom mit Hilfe der unternehmerischen Ressourcen seiner Familie eine eigene Existenz aufzubauen. In die durchgängig vorwärtsdrängende Haupthandlung werden aus den Lebenslinien naher Nebenfiguren Retrospektiven eingebaut, welche dem Roman eine historische Tiefendimension geben. So entsteht ein farbiges Tableau mit dem Fokus auf die Zeit um 1870, in welchem aber auch zentrale Aspekte der politischen und kulturellen Situation Italiens im gesamten vorausgehenden 19. Jahrhundert anschaulich werden.
Der Autor Prof. Dr. Franz Bauer lehrt an der Universität Regensburg "Neuere und Neueste Geschichte" mit dem Forschungsschwerpunkt Italien im 19. und 20. Jahrhundert.
Er ist auf Einladung der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. für eine zu Gast im einewelt haus.
Die Veranstaltung findet in Präsenz unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln statt. Bitte erscheinen Sie rechtzeitig. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.